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Medienarbeit

Auf Augenhöhe mit den betroffenen Personen der administrativen Versorgung

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Im Frühjahr 2019 durften wir eine nationale Pressekonferenz für die Unabhängige Expertenkommission (UEK) Administrative Versorgungen organisieren. Die Verantwortlichen der UEK informierten am 11. März 2019 im Medienzentrum des Bundes über verschiedene Massnahmen, mit denen sie die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte der administrativen Versorgungen in der Schweiz für die Öffentlichkeit zugänglich machen und eine Auseinandersetzung mit den Schicksalen der betroffenen Personen ermöglichen wollen. 

Es handelt sich um ein dunkles Kapitel der Schweizer Geschichte: Bis im Jahr 1981 wurde eine grosse Zahl Jugendliche und Erwachsene auf Anordnung von Verwaltungsbehörden in Anstalten weggesperrt. Nicht weil diese Personen eine Straftat begangen hatten, sondern weil ihr Handeln und Lebensstil nicht den damaligen gesellschaftlichen Normen entsprachen. Um dieses Thema aufzuarbeiten, setzte der Bundesrat im Jahr 2014 die UEK Administrative Versorgungen ein. 

Nach über vierjähriger Forschungsarbeit veröffentlich die UEK im Jahr 2019 ihre Ergebnisse. Den Auftakt machte sie im März mit der Lancierung der ersten von insgesamt zehn Publikationen. Es handelt sich um einen Portraitband, in dessen Zentrum die Menschen stehen, die von diesen Zwangsmassnahmen betroffen waren. Gleichzeitig lancierte die UEK eine Wanderausstellung durch zwölf Schweizer Städte und ein Lehrmittel, um die Thematik für den Schulunterricht zugänglich zu machen.

Neben den Verantwortlichen der UEK waren an der Konferenz zudem mehrere betroffene Personen involviert, die ihre Erlebnisse schilderten. Die Pressekonferenz weckte landesweit Interesse am Thema und an den Schicksalen der Betroffenen. Insgesamt erschienen in allen Landesteilen rund 25 verschiedene Medienberichte. Neben Artikeln in zahlreichen Print- und Onlinemedien wurden ein Radiobeitrag im «Echo der Zeit» sowie ein TV-Beitrag in der Hauptausgabe der Westschweizer Tagesschau ausgestrahlt. 

In der Zusammenarbeit mit der UEK konnten wir unsere Kompetenzen an der Schwelle zwischen Wissenschaft und Politik in einem mehrsprachigen Umfeld einbringen.
Conférence de presse

Wie die Schweizer Hochschulen in den politischen Diskurs eintraten

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Am 9. Februar 2014 stimmten die Schweizer Stimmbevölkerung und die Kantone der sogenannten Initiative «gegen Masseneinwanderung» zu. Die meisten Stimmbürgerinnen und Stimmbürger waren sich damals nicht bewusst, dass ihr demokratischer Entscheid direkte Folgen für die Hochschulen und die in der Schweiz tätigen Forschungsgruppen hatte. Akademische und politische Entscheidungsträger wussten hingegen, dass die Europäische Union ihre Drohung wahr machen und die Schweiz von ihren Forschungs- und Mobilitätsprogrammen ausschliessen würde. Trotzdem bezogen sie nicht öffentlich Stellung, weil sie der Überzeugung waren, dass sich Bildung und Forschung nicht in die Politik einmischen sollten. Die negativen Konsequenzen des Ausschlusses in den darauffolgenden Monaten trugen jedoch dazu bei, dass sie ihre Meinung änderten.
Wir durften swissuniversities, die Dachorganisation der Schweizer Hochschulen, bei diesem Paradigmenwechsel unterstützen. In unserer Analyse zeigten wir auf, dass die Hochschulen nicht zu Kampagnen-Maschinen werden müssen. Hingegen ist es völlig legitim, dass sie die Folgen aufzeigen, welche die politischen Entscheide für die Erfüllung ihres Auftrags von Kantonen, Bund und damit von der Bevölkerung haben. Alle Gesetze fordern von den Hochschulen und Forschungsinstitutionen, dass sie nach Exzellenz streben und eine internationale Ausstrahlung haben. Warum sollten sie also nicht auch das Rech haben, auf Gesetzestexte hinzuweisen, die sie daran hindern könnten, die besten Forschenden anzustellen und sich an den europäischen Forschungsinitiativen zu beteiligen?
In den Jahren 2016 und 2017 haben wir in der ganzen Schweiz rund 15 Workshops zur politischen Kommunikation von Hochschulen konzipiert und mitgestaltet. In den Workshops wurden die Kommunikationsverantwortlichen der Institutionen für die Thematik sensibilisiert. Zusammen mit diesen Personen förderten wir den Austausch von Best Practices für politische Kommunikation und regten einen Informationsaustausch an. Das Resultat liess sich im Oktober und November 2018  während der Kampagne zur Selbstbestimmungsinitiative sehen. Die Hochschulen hatten den Mut, Stellung zu nehmen und die verheerenden Auswirkungen der Initiative auf ihre internationale Positionierung aufzuzeigen. Ein Paradigmenwechsel hatte stattgefunden.

Freiburg im Bundeshaus

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Es war die Zeit von Lebkuchen, Liedern, Pfeifen und Schmutzlis: Am 6. Dezember 2016 machte der Sankt-Nikolaus einen Abstecher in die Hallen des Bundeshauses, wo er Parlamentarierinnen und Parlamentariern, hohen Bundesbeamten und Mitgliedern der Regierung die kulinarischen Spezialitäten und Persönlichkeiten des Kantons Freiburg vorstellte. Die VIRTÙ Public Affairs AG unterstützte die Staatskanzlei des Kantons Freiburg bei der Organisation dieser Promotionsveranstaltung unter dem Titel «Freiburg im Bundeshaus».

Signalétique

Die Agentur koordinierte die visuelle Gestaltung, die Einladungen, die Ausschilderung und die Badges für die Gäste. An der Veranstaltung nahmen über 300 Persönlichkeiten teil, darunter drei Bundesräte und drei Staatssekretäre. Sie alle waren begeistert von der geselligen Stimmung, die in der Galerie des Alpes herrschte. Dort hatten die handwerklichen Hersteller der Vereinigung zur Förderung der Produkte aus dem Freiburgerland ihre Stände aufgestellt. 

Stands

Die VIRTÙ Public Affairs AG war ausserdem verantwortlich für die Rede des Sankt-Nikolaus. Dieser hatte markige Worte für die Aktualitäten aus Bundesbern bereit. Der Bischof von Myra wurde von seiner Truppe aus dem Kollegium St. Michael begleitet. Seine Ansprache sorgte im Publikum für einige Überraschung, nicht zuletzt als sich herausstellte, dass der symbolträchtige Freiburger Kirchenpatron von Ständerat Beat Vonlanthen verkörpert wurde.

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Medienarbeit

Drei Tage Medienarbeit am Eidgenössischen Schwingfest

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Um 5.30 Uhr weckt uns schweres Schnaufen und Ächzen. Medizinbälle knallen an eine Holztür. Auf Kommando ertönt das Trappeln von sprintenden Füssen. Von wem diese ungewohnten Geräusche kommen, verrät uns ein Blick aus dem Fenster des Wohnmobils, in dem wir an diesem Wochenende übernachten: Unmittelbar neben unserem Schlafplatz wärmen sich rund zwei Dutzend Schwinger eines Regionalverbandes auf. Sie stehen kurz vor ihrem sportlichen Höhepunkt des Jahres – dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2016 in Estavayer-le-Lac.

Auch das Team der VIRTÙ Public Affairs AG stand vom 26. bis 28. August 2016 in Estavayer im Einsatz: Als Freiwillige kümmerten wir uns um die Medienarbeit des grössten Schweizer Sportanlasses mit 250'000 Festteilnehmern. Im Medienzentrum auf dem Militärflugplatz Estavayer waren wir an den drei Festtagen für die Aufbereitung der offiziellen Information des Organisationskomitees zuständig. Täglich verfassten wir für die 500 akkreditierten Journalistinnen und Journalisten Medienmitteilungen in Deutsch und Französisch und bereiteten die Medienkonferenzen vor. Daneben recherchierten und verfassten wir Hintergrundberichte über verschiedene Aspekte des Schwingfestes – von der Eröffnungszeremonie über den Gabentempel bis hin zu Berichten vom grössten Campingplatz des Landes. Bereits ein halbes Jahr vor dem Eidgenössischen in Estavayer durften wir die Veranstalter bei der Organisation eines grossen Medientags strategisch beraten.

Die Erfahrungen und Einblicke, die wir als Team am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest machen konnten, sind einmalig. Die Zusammenarbeit mit den vielen beteiligten Personen – vom Organisationskomitee über Medien, Polizei, Behörden bis hin zu den Besuchern aus allen Landesteilen – war aussergewöhnlich und bereichernd. Erfreulich war insbesondere, dass das Eidgenössische, das nur alle 15 Jahre in der Westschweiz stattfindet, auch in der Romandie begeisterte. Als zweisprachige Kommunikationsagentur durften wir unseren Teil dazu beitragen, dass der Anlass Brücken zwischen Deutsch- und Westschweiz geschlagen hat. Und nicht zuletzt ermöglichte uns das Engagement für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest, als Team in die uns bisher unbekannte Welt der Schwinger einzutauchen.

Lutteurs

Eine Etappe auf dem Weg zur Imam-Ausbildung

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Eine der Spezialitäten der VIRTÙ Public Affairs AG ist die Wissenschaftskommunikation. In diesem Bereich waren wir unter anderem mit dem Wissenstransfer für das Nationale Forschungsprogramm «Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft» (NFP 58) mandatiert. Das Programm wurde vom Bundesrat lanciert und vom Schweizerischen Nationalfonds umgesetzt. Das NFP 58 konnte unter anderem aufzeigen, wie sich das Verhältnis der Schweizerinnen und Schweizer gegenüber der Religion unter dem Druck der Säkularisierung entwickelt hat. Es brachte ausserdem neue Erkenntnisse über den Islam in der Schweiz hervor.
Eines der Projekte des NFP 58 zeigte, dass ein Konsens über die Frage herrschte, ob in der Schweiz Imame ausgebildet werden sollen. Sowohl die muslimischen Organisationen als auch die befragten Institutionen begrüssten dieses Projekt und waren der Ansicht, dass die Imam-Ausbildung in der Schweiz die Integration von Muslimen unterstützen kann. Die Ergebnisse dieser Studie lieferten Antworten auf eine Frage, die von der Politik mehrfach gestellt worden war: Es zeigte sich, dass die damals 150 in der Schweiz tätigen Imame weder die Landessprachen beherrschten noch die gesellschaftliche und juristische Ordnung des Landes kannten.
Imam
Wir unterstützten die Forschenden bei der Vermittlung ihrer Resultate. Eine nationale Pressekonferenz und mehrere Informationsveranstaltungen – insbesondere für die Mitglieder des eidgenössischen Parlaments – trugen dazu bei, ihre Arbeit ins Rampenlicht zu rücken. Die Verbreitung der Ergebnisse erfolgte im Jahr 2009 mitten in der Diskussion um die SVP-Volksinitiative für ein Verbot von Minaretten. Unsere Herausforderung bestand darin, das grosse öffentliche Interesse am Islam zu nutzen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Resultate des Projekts exakt vermittelt und in einem friedlichen Rahmen diskutiert wurden.
Die Ergebnisse der Studie überzeugten die Verantwortlichen der Universitäten und der Bundesverwaltung, einen Plan für die Ausbildung von Imamen auszuarbeiten. Im Juni 2016 wurde an der Universität Freiburg das Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft eröffnet.

Die fabelhafte Geschichte von La Trampoline, dem Bier des Tremplin

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Mir ist der Tag im Frühling 2015 noch bestens in Erinnerung, als ich die Leitenden der Stiftung Le Tremplin traf. Die Stiftung kümmert sich in Freiburg um drogenabhängige Menschen. Ein Freund, durch den der Kontakt zustande kam, sagte mir nur: «Das ist ein Thema für dich.» Diesen Satz hatte ich im Kopf, als mir die Verantwortlichen von ihrem Projekt erzählten. In einem ersten Schritt hoben sie das Verbot auf, in der niederschwelligen Anlaufstelle «Au Seuil» Bier zu trinken. In einer zweiten Phase sollte zusammen mit einem lokalen Brauer ein Bier entwickelt werden, das eigens für die Nutzerinnen und Nutzer von Le Tremplin hergestellt wird. Im Hinblick auf die gesellschaftliche Wiedereingliederung war die Idee, dass die drogenabhängigen Personen in einer dritten Etappe dieses Bier selber brauen.       
 
Es liegt auf der Hand, dass dieses Projekt neue Pfade beschritt und in der öffentlichen Wahrnehmung hätte auf Ablehnung treffen können. Daher waren viele Erklärungen notwendig. Die von uns umgesetzten Kommunikationsmassnahmen mussten in erster Linie sicherstellen, dass alle involvierten Projektpartner mit einer Stimme sprachen. Anschliessend sensibilisierten wir Opinion Leader für das Thema; danach wurden verantwortliche Politikerinnen und Politiker informiert. Erst nachdem diese Schritte abgeschlossen waren, machten wir das Projekt am Ende des Sommers im Rahmen einer Pressekonferenz öffentlich. Vier Jahre später ist La Trampoline, das Bier des Tremplin, ein Grosserfolg, der das Interesse in Europa, Nord- und Südamerika weckt.
 
Hinter der Idee dieses sozialen Innovationsprojekts steht die Absicht, dass die drogensüchtigen Menschen eine andere Beziehung zu einer der Substanzen entwickeln, von denen sie abhängig sind. Ein wichtiges Ziel von Le Tremplin war es auch, diesen Personen, die vielfach kein Obdach haben, einen Zugang zur Normalität und die Übernahme von Verantwortung zu ermöglichen. Schliesslich sollten die Abhängigen während eines Teils des Tages auch weniger Alkohol konsumieren. So können die Sozialarbeiter in der Anlaufstelle während einer längeren Zeit mit den Personen in Kontakt sein und sich unter besseren Bedingungen austauschen. 
 
Bald werden die Resultate einer wissenschaftlichen Studie erscheinen, die das Projekt in den ersten Jahren begleitete. 

 

Trampoline